Die touristische Einlage ...
Den heutigen Tag begannen wir ganz entspannt mit einem späten Frühstück im Hotel. Da meine Tochter mittags eine Bekannte treffen wollte, nahm ich mir die touristischen Highlights vor, die in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen waren. Zuerst ging es in den Hyde Park, wo aufgrund des heutigen Feiertags Anzac Day ein Umzug stattfand. Da im Hyde Park auch das Anzac Memorial steht, war es wohl nur logisch, das der Umzug mit Spielmannszügen hier entlang führte. Der Anzac Day ist in Australien ein gesetzlicher Feiertag, der alle ehren soll, die für Australien in Kriegen oder anderen Konflikten gedient haben. Demzufolge liefen hier auch viele in Uniformen und auch in Zivil mit verschiedensten Abzeichen an der Jacke herum. Nachdem der Trubel etwas nachgelassen hatte, machte ich mich auf den Weg in den Royal Botanic Garden, der nicht wirklich weit war. Man muß dazu nur eine Straße überqueren. Allerdings ist er um ein vielfaches grösser und weist auch um ein vielfaches Mehr an Pflanzen auf. Ich wählte den Weg so, das ich auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens die Schiffe der australischen Marine liegen sehen konnte. Die sehen nicht so aus, als ob sie an so etwas wie Abrüstung denken. Beim weiteren Weg konnte ich dann aus wechselnden Perspektiven die Oper fotografieren. Von der Oper ausgehend bummelte ich dann zurück durch den botanischen Garten und staunte über die unterschiedlichen Pflanzen, Bäume und Blumen, die hier alle vertreten waren.
Da es erst früher Nachmittag war, ergänzte ich den Ausflug in die Natur mitten in der Stadt mit einem Besuch der Art Gallery. Der Eintritt hier ist sogar kostenfrei möglich, so das es auch einen entsprechenden Zustrom an Besuchern verzeichnen kann. Hier schlenderte ich noch etwas durch die Ausstellungsräume, muß aber einräumen, das sich das Meiste, was dort ausgestellt wurde, mir als unkundigem Besucher nicht so richtig erschlossen hat. Anschließend wählte ich den Weg zurück zum Hotel, um eine Pause einzulegen.
Am späten Nachmittag zog es mich dann wieder Richtung Hafen. Dort verbrachte ich dann bummelnderweise den restlichen Tag, ergänzt durch die Nahrungsaufnahme, mein Magen meldete sich dann doch wieder. Und nachdem mein Nachwuchs mich kurzentschlossen den restlichen Tag von allen Aufsichts- und Fürsorgepflichten entbunden hatte, konnte ich in aller Ruhe meiner Wege gehen.
Der nächste Tag, Samstag, läutete schon wieder das Wochenende ein. Für den Sonntag war feuchtes Wetter mit viel Naß von oben angesagt, daher wollte ich die Gelegenheit nutzen und den Coastal Walk am Bondi Beach unter die Füße nehmen. Da meine Jüngste davon nicht so angetan war und den Weg auch schon kannte, suchte ich mir die erforderlichen Bahn- und Busverbindungen und machte mich auf den Weg. Angekommen am Bondi Beach war ich etwas überrascht, wie überlaufen es hier war. Ein richtiger Badeort, wie er im Buche steht, schöner Sandstrand, Lokale für das innere Wohl und natürlich auch Surfer. Mir war das etwas zuviel Trubel, daher machte ich mich direkt auf den Weg. Der Coastal Walk ist nicht wirklich eine Wanderung, eher ein Spaziergang, der mal mehr, mal weniger nahe am Wasser entlang führt. Nach einer knappen Stunde ließ auch die Frequenz auf dem Weg etwas nach, man lief nun nicht mehr in einer Schlange mit den anderen, sondern hatte auch mal Gelegenheit in Ruhe zu verschnaufen oder auf einem der vielen Sitzgelegenheiten eine Pause einzulegen und die Aussicht zu genießen. Der Weg führt an mehreren Buchten vorbei, in denen jeweils ganze Horden von Surfern im Wasser auf ihre Welle warteten. Die Aussicht war jedenfalls sehr schön, die Felsformationen am Ufer, an denen man auf dem Weg vorbeikam und die Wellen die teilweise lautstark von den Felsen gebrochen wurden. Nach drei Stunden erreichte ich dann den Cogee Beach, von wo ich mich nach einer Pause wieder auf den Weg mit Bus und Bahn Richtung Hotel machte.
Nach einer Auszeit am Nachmittag war ich dann am Abend noch zum Essen mit meiner Tochter im Newtown Hotel im gleichnamigen Stadtteil verabredet. Da ich vom Bahnhof bis zum Hotel eine Viertelstunde Fußweg hatte, war für mich der Kontrast der ruhigen Nebenstraßen in den Wohnvierteln mit Einfamilienhäusern zu dem Touristentrubel in der Nähe unseres Hotels richtig wohltuend. Die Hauptstraße, an der das Newtown Hotel liegt war dann wieder eine sehr belebte Straße mit vielen Geschäften und Restaurants. Das ganze hatte trotzdem einen wohltuenden, entspannten Flair, hier war alles etwas, ja gechillter trifft es wohl. Im Anschluß ging es mit der Bahn wieder zurück zum Hotel und in die Waagerechte.
Da der Sonntag überwiegend verregnet sein sollte, hatten wir die Weiterfahrt um einen Tag verschoben. So nutzten wir den Sonntag zum relaxen, ich besuchte Vormittags noch das Australian Museum und erfuhr etwas über die australische Geschichte und auch die der Bewohner der Inseln, die hier als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Am Nachmittag machten wir dann noch einen Ausflug zum Hafen mit einem kleinem Imbiss in einem Wahlburger Restaurant, bevor es gegen Abend dann durch den botanischen Garten zurück zum Hotel ging.