Die letzte Etappe

Für heute hatte ich den letzten Abschnitt vor mir. Ursprünglich war meine Planung, durch die Berge noch weiter in Richtung Norden zu fahren und dann über Cape Tribulation nach Cairns zu kommen. Ich hatte in den letzten Tagen allerdings bemerkt, das mein Aufnahmevermögen etwas erschöpft war, dazu kam dann noch, das gestern der Kofferträger am Motorrad gebrochen war und somit ein Koffer nur noch suboptimal befestigt war. Wie auch immer, dies hatte ich ja auch schon bei meinen letzten Touren bemerkt, wenn man merkt, das die Gedanken schon mehr auf der Heimfahrt als bei der eigentlichen Tour sind, dann kann man sich ruhig Gedanken über die Rückfahrt, in diesem Falle Rückflug machen. Und so tat ich es auch und buchte kurzentschlossen den Flug um auf ein früheres Datum. Nach dem Abschluß des gestrigen Tages mit Regen und feuchten Klamotten, die auch über Nacht nur minimal trockneten, hoffte ich, das der heutige Tag etwas besseres Motorradwetter bereit hielt. Und dem war tatsächlich so. Morgens schon blauer Himmel mit einigen Wolken. Das nutzte ich direkt zu einem Strandspaziergang in Mission Beach. Was für ein traumhafter langer Strand. Und nur ein paar Hundehalter, die ihre Kleinen ausführen. Da hat man wirklich seine Ruhe und kann ganz das Meer, den langen Strand und die Ruhe geniessen.

Irgendwann musste ich aber ja mal starten. Also riß ich mich los und trat die Weiterfahrt an. Zuerst eine kleine Runde durch Tully, die Heimat einiger Backpacker, die auf den umliegenden Bananenfarmen arbeiten. Danach ging es auf der A1 weiter Richtung Norden bis zur Abzweigung Richtung Milla Milla. Das war für heute das Ziel, damit die Natur auch nicht zu kurz kommt, der Waterfall Drive. Waren wir vor einigen Tagen noch zu zweit den Waterfall Way gefahren, war für mich heute ein anderer Weg, auch mit drei Wasserfällen an der Reihe. Diese Wasserfälle, darunter der Milla Milla Wasserfall als bekanntester, sollten den Weg wert. sein. Ich persönlich fand die Ellinja Falls, den ersten in der Reihe allerdings eindrucksvoller. Am eindruckvollsten finde ich immer noch den Wasserfall im Wollomombi Nationalpark, den wir dort gesehen hatten. Nachdem ich diese touristische Route hinter mir hatte, schlug ich den Weg in Richtung Yungaburra ein und machte am Curtain Fig Tree für einen kurzen Stop Halt. Schon beeindruckend was die Natur so alles auf die Beine oder auch in den Himmel wachsen lassen kann. Damit hatte ich die Naturwunder für diesen Tag auch genug gewürdigt.

Ab Yungaburra ging es auf der 52 Richtung Cairns. Hatte ich in den letzten Wochen manchmal mit den Straßen in den Bergen gehadert, aufgrund der vielen Baustellen, der Schlaglöcher, des Rollsplits gerne auch in den Kurven, dem wellenförmigen Profil der Straße und noch einiger anderer Nicklichkeiten, so entschädigte diese Straße vom Hochplateau an die Küste für einiges. Eine Kurve reihte sich an die andere, gut das kein Auto vor mir war, an Überholen war nicht zu denken. Der Straßenbelag war gut einschätzbar, glatt und ohne die gewohnten Unebenheiten oder Löcher. Einfach fantastisch, diese Strecke entschädigte in den letzten Minuten der Tour noch einmal für viele andere Kilometer bei denen Kompromissbereitschaft vom Fahrer gefragt war. In Cairns angekommen, von 23 Grad auf dem Atherton Hochtableau auf 32 Grad an der Küste, war noch ein kurzer Halt bei dem Motorradhändler erforderlich. Eine kurze Absprache zur Übergabe am Folgetag und dann konnte es zum Hotel gehen. Ein schnelles Einchecken und dann das gesamte Moped abrödeln, alle Koffer auspacken und das Motorrad schonmal für den Folgetag zur Übergabe fertig machen. Bei den Temperaturen hier danach schnell unter die Dusche, dann konnte es an die Strandmeile zur Verpflegungsaufnahme gehen. Ein kurzer Einkauf noch, um das Frühstück für den Folgetag sicher zu stellen und damit konnte der Tag im Hotel abgeschlossen werden. Alles in allem ein schöner Abschlusstag, der alles hatte was man von einem Motorradurlaub erwartet, schöne kurvenreiche Strecken, gutes Wetter und ein paar Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Wenn doch mehr Tage so gewesen wären.