Ein zweigeteilter Tag

Da es gestern mit dem Weg durch die Berge nicht geklappt hatte, war meine selbsternannte Navigatorin auf die Idee gekommen, den Waterfall Way abzufahren. Wie der Name schon vermuten lässt, sind an dieser Route Wasserfälle vorhanden, in diesem Fall drei an der Zahl. Dazu fuhren wir den Motorway einige Kilometer zurück und bogen bei Urunga in die Berge ab. Der erste Wasserfall, der DangarFall war schon nach einer guten Stunde Fahrzeit erreicht. Und wir konnten feststellen, es hatte sich gelohnt, den Schlenker in die Berge zu machen und nicht direkt die Weiterfahrt nach Byron Bay, dem Ziel des heutigen Tages anzutreten. Der zweite Wasserfall, die EborFalls, war da allerdings noch vielfältiger und schöner anzusehen, bestand er doch aus mehreren hintereinander liegenden Wasserfällen. Ursprünglich wollten wir nun die Weiterfahrt nach Byron Bay antreten, überlegten es uns dann doch anders und fuhren auch noch den dritten Wasserfall bei Wollomombi an. Gut, das wir das gemacht hatten, das war eine andere Dimension wie die beiden vorhergehenden. Man konnte den oder besser die Wasserfälle nur aus einiger Entfernung bestaunen, da sie aus großer Höhe zu Boden stürzten. Wir waren uns einig, das der eindruckvollste Wasserfall, den wir bisher gesehen hatten. Nun war es auch an der Zeit, den Weg zum abendlichen Zielort anzutreten, wo wir gegen 16 Uhr eintreffen wollten. Kaum ein paar Kilometer unterwegs, bekamen wir dann die ersten Regentropfen ab. Der Himmel nahm mit jedem Kilometer eine dunklere Farbe an und das Naß, das daraus auf uns niederprasselte, wurde auch immer mehr. Nachdem wir uns zweimal untergestellt hatten und gewartet hatten, bis die Regenfront weitergezogen war und wir jedesmal beim Weiterfahren direkt wieder in der gleichen Schlechtwetterfront landeten, ergaben wir uns in unser Schicksal und fuhren mit dem Regengebiet mit bis nach Grafton, wo wir uns dann in einen Fastfood Imbiss flüchteten und den Boden unter Wasser setzten. Es gibt ja die Redensart, Regen ist nicht schlimm, das meiste fällt ja sowieso vorbei. Nun, an diesem Tag hätte ich beschwören können, das wir zumindest unser Bestes taten, um auch noch die Tropfen zu erwischen, die daneben fallen wollten. Nach weiteren zwei Stunden Fahrt kamen wir dann endlich wieder an die Küste, wo wir noch zwei lächerliche Regenschauer abbekamen und dann bei steigenden Temperaturen und dank dem Fahrtwind während der letzten Stunde Fahrt langsam abtrockneten. Angekommen in Byron Bay war ich überrascht über den Kontrast zu den Tageserlebnissen. Was für ein Badeort, Temperaturen weit über 20 Grad, abends um 18 Uhr laufen die Leute in Badekleidung noch vom Strand über die Strasse zum Lokal. Alle Lokale in Strandnähe gut gefüllt und viel Trubel auf den Straßen. Wir steuerten jedenfalls unser Motel an, holten beim von meiner Mitfahrerin favorisierten Schnellimbiss unser Abendessen und verzehrten es in Ruhe am Strand, bevor wir uns von der Anstrengung des Tages ausruhten.