Von unserer individualistischen und etwas extravaganten Unterkunft brachen wir am Morgen Richtung Col de l'Iseran auf. Mit 2770 Höhenmetern einer der höhesten Pässe der Tour. Und das merkte man auch an den Temperaturen, die sich mit jedem Kilometer weiter nach unten bewegten. Als wir die Passhöhe erreichten, nahmen wir uns nur wenig Zeit um bei 0 Grad, also quasi Gefrierpunkt, ein schnelles Foto zu machen. Zügig nahmen wir die Abfahrt, die uns in wärmere Bereiche bringen sollte, damit die eingefrorenen Fingerspitzen wieder etwas Gefühl bekämen. Der nächste Paß auf unserer Route, der Col du Cenis war leider gesperrt, so das wir wie vorher geplant, kurz darauf die Route des Grandes Alpes verliessen, um einen Abstecher in westlicher Richtung zu unternehmen. Dabei lagen natürlich einige Pässe auf unserer Strecke, den Col du Mollard nahmen wir eher nebenbei wahr, der Col de la Croix de Fer veranlasste uns allerdings zu einem Halt auf der Passhöhe. Das Panorama von dort oben war absolut eindrucksvoll, die Hochalpen mit den schneebedeckten Bergspitzen im Hintergrund der grün überzogenen niedrigeren Berge. Dazu der Blick ins Tal auf die kleinen Dörfer, wie gemalt das Bild von dort oben. Danach fuhren wir auf der anderen Seite hinab und hatten gleich im nächsten Ort einen Zwangsstop, da hier die Strasse aufgrund von Bauarbeiten gesperrt war. Da die Sperrung ab 16:00 Uhr aufgehoben werden sollte, warteten wir zusammen mit anderen Auto- und Motorradfahrern bis es soweit war. Mit entfernen der Sperrung starteten die Motorradfahrer und damit auch wir und nahmen in zügiger Fahrt wieder unsere Route auf. Im weiteren Verlauf kamen wir noch zum Col de Sarenne, einem Hochgebirgspaß, der nicht eingeplant und auch nicht sonderlich frequentiert war. Eventuell zurückzuführen auf die sehr mäßige Straßenqualität und den doch recht anspruchsvollen Straßenverlauf. Nachdem wir auch diesen Paß bei zeitweilig starken Windböen bewältigt hatten, suchten wir unsere Unterkunft für die folgende Nacht auf, die sich dieses Mal als Monteursunterkunft für die Arbeiter in dem verwaisten Wintersportort erwies. Für uns absolut in Ordnung, da wir dort ein vernünftiges Abendessen und saubere Zimmer bekamen.