Nachdem nun einige Tage vergangen sind und der Alltag uns wieder eingeholt hat, hier ein paar Gedanken zu der Route des Grandes Alpes. Bei der Planung, bzw. nach Abschluß der Routenplanung mit den vielen Abstechern und dem Rückweg über die Route de Napoleon mit Zusatzstrecken war mir schon klar, das die Strecke in der vorgesehenen Zeit nicht zu bewältigen ist. Geplant waren 5.000 Kilometer, gefahren sind wir ca. 4.000 Kilometer. Nach Abzug der An- und Abreise über die Autobahn haben wir einen Tagesschnitt von ca. 350 Kilometern unter die Räder genommen. Mal, wie auf der Route Napoleon 400 Km und mehr, mal, wie in den Hochalpen deutlich weniger als 300 Km. Beim nächsten Mal würde ich die Reisezeit etwas früher legen, da viele Baustellen, die für Straßensperrungen sorgten, in der zweiten/dritten Septemberwoche begonnen wurden und dann bis Ende September oder in den Oktober hinein dauern sollten. Dadurch mussten wir einige Abschnitte entfallen lassen, andere mit Zeitaufwand großräumig umfahren. Bewährt hat sich aufgrund dessen die Unterkunftssuche erst am späten Nachmittag oder direkt vor Ort durchzuführen, da nicht immer um 12 Uhr Mittags schon feststand, wo man sich am Abend wiederfindet. In den wie ausgestorben wirkenden Wintersportorten der Hochalpen war es mitunter etwas herausfordernd eine Unterkunft mit angeschlossenem Restaurant zu finden. Dadurch waren wir dann abends gezwungen, uns nochmal aufs Moped zu schwingen, um in einem Ort einige Kilometer entfernt, etwas zu Essen zu bekommen.

Für jemanden mit wenig Erfahrung, bzw. dem norddeutschen Gelegenheitsfahrer empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen deutlich geringeren Tagesschnitt anzupeilen, um bei den Stops auch Zeit genug zu haben, die Natur zu geniessen. Panorama gibt es reichlich oder wie wir festgestellt haben, Landschaft können die Franzosen, Essen natürlich auch. Die Straßenverhältnisse waren durchwachsen, von nagelneuem glatten Asphalt bis zu Strecken mit wellen- und pockenartiger Oberfläche, bei denen Maschinen mit straffer Federung, bzw. deren Fahrer auf den korrekten Sitz ihrer Bauteile geprüft werden.

Meine persönliche Bewertung für die Tour: Ich würde sie jederzeit bei passendem Terminplan wieder fahren, diese abwechlungsreichen Strecken in dieser Kombination über mehrere Tage, der Wechsel der Vegetation von karg über grün zu mediterran mit dem entsprechenden Panorama, das um diese Jahreszeit geringe Verkehrsaufkommen, das alles ergibt eine Kombination, die einfach nur Laune macht und einem hilft, den Alltag weit hinter sich zu lassen. Fazit: gerne wieder, dann auch gerne mit etwas mehr Zeit.