Heute brachen wir mal wieder ohne Frühstück auf zur Tour durch die französische Bergwelt. Unser Gastgeber gab uns noch zwei Croissants und ein Baguette mit auf den Weg als Verpflegung. Die erste Stunde hatten wir das Vergnügen den Verdon Nationalpark weiter befahren zu können. Wie ich mittlerweile erfahren hatte, gibt es ja nicht nur den Grand Canyon du Verdon, sondern den Verdon Nationalpark. Dieser ist von den Ausmaßen und den unterschiedlichen Strecken absolut eindrucksvoll. Der Vergleich vom Vortag mit den bisher gefahrenen Schluchten hinkt an der Stelle, da ein Vergleich zwischen den Schluchten im Osten der französischen Alpen und dem Verdon Nationalpark ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen wäre. Wir trafen auf unserer Tour jedenfalls bald wieder auf die Route Napoleon bei Le Logis du Pin. Dieser folgten wir dann mal bei mehr oder weniger kurvenreichen Straßen die nächsten 70 Kilometer bis Gap. Dort änderten wir dann die Richtung, bogen Richtung Westen ab und befuhren unter anderem den Col de Grimone, der wie die anderen Pässe, die wir heute befuhren, mit einer Höhe von 1300 Metern zu den eher kleineren Pässen gehört. Dann ging es noch durch die Gorges des Gats und über den Col de Reusset. Dieser war fahrerisch ein Genuß bei trockener Straße und glattem Asphalt konnten wir hier die Kurvenvielfalt mit unseren Bikes voll auskosten. Danach kam noch der Col de la Machine und eine weitere sehr beeindruckende Schlucht mit überhängenden Felsen, Engstellen, an denen nur jeweils ein PKW Platz hatte und unübersichtlichen Tunneln. Leider habe ich den Namen nicht mehr parat, werde dies noch nacharbeiten. Nach diesen vielen fahrerischen und landschaftlichen Höhenpunkte führte uns die Straße hinab nach Grenoble, wo wir im Stadtzentrum ein Hotel gebucht hatten. Im Gegensatz zu unserer letzten rustikalen Unterkunft erwartete uns hier sogar eine Bar für das Feierabendbier und ein Restaurant, in dem wir unseren Hunger bedingt durch die lange Fahrt stillen konnten. Bei Durchsicht unserer Wetterapps konnten wir keine Veränderung zu den Daten vom Vortag feststellen. Das bedeutete für uns, das wir für den morgigen Tag mit mehr oder weniger ergiebigem Dauerregen zu rechnen hatten. Um solch ein Wetter nicht auf irgendwelchen verwinkelten Bergsträßchen aussitzen zu müssen oder auf französischen Landstraßen den einheimischen PKW-Fahrern im Weg zu stehen, beschlossen wir den Tag dann lieber auf der Autobahn zu nutzen. So könnten wir bei dem Wetter den ohnehin für die nächsten Tage geplanten Heimweg etwas vorziehen und bei Wetterbesserung unterwegs eine schöne Region zum Fahren suchen. So unsere Abschlußgedanken für diesen Tag.