Mit einem guten Frühstück, bei dem es das erste Mal auf dieser Tour richtigen Orangensaft und kein Orangensaft-/Wassergemisch gab, starteten wir in den neuen Tag. Der Plan für heute war, südwärts über la Mure und Embrun nach Briacon zu fahren und in Richtung Norden die drei Pässe Col du Lautaret, Col du Galibier und den Col du Telegraphe zu befahren. Von dort hätten wir kehrtgemacht und wären dann wieder Richtung Süden über die zuvor überquerten Pässe gefahren. Sollte laut verschiedenen Quellen reizvoll sein, da die Pässe angefahren aus den verschiedenen Richtungen ihren eigenen Reiz haben. Nachdem wir schon beim losfahren eine kurze Verzögerung hatten, da ein Motorrad erstmal angeschoben werden musste, orgendwie sind Temperaturen nahe null Grad wohl nichts für jedes Bike, ging es dann aber auf die Straße. Nachdem wir eine gute Stunde unterwegs waren, kamen wir mal wieder an eine Straßensperre "Route Barree". Inzwischen wussten wir nur zu gut, was das bedeutete. Da ging es nicht weiter. Da eine Umfahrung sehr zeitaufwendig gewesen wäre, verwarfen wir den Plan von Süden her an Briancon zu fahren und nahmen den direkten Weg zum Col du Lautaret. Von dort ging es erst zügig, später immer zaghafter zum Col du Galibier, einem der höchsten Pässe auf der Route des grandes Alpes. Zögerlich deshalb, weil die Temperaturen immer mehr gegen null gingen und gleichzeitig, durch die Wolken, durch die wir fuhren, die Straße nicht wirklich einen vertrauenserweckenden Eindruck machte. Oben angekommen, entschieden wir uns, nicht weiter bis zum Col du Telegraphe zu fahren, da die Nordseite auch keinen besseren Eindruck machte. Also machten wir kehrt und fuhren über den gerade überquerten Pass Richtung Briancon. Kurz danach wartete schon der nächste Pass auf uns, der Col d'Izoard, der bei der Auf- und Abfahrt sehr gute Straßen bot, leider auch hier alles nass und uns war durch die niedrigen Temperaturen bei 4 Grad nicht gerade heimelig zumute. Wenige Kilometer später wollten wir den Weg nach Guillestre nehmen und mussten dann leider feststellen, das auch hier wieder die Straße gesperrt ist. Nach einer kurzen Besprechung unter Einbeziehung der beiden Alternativen, Umweg über Italien und weiter südlich wieder auf die Route des grandes Alpes zu treffen oder zurück über den Pass bis nch Briancon und von dort die normale Landstraße nach Guillestre nehmen, wählten wir die zweite Alternative. Als wir also durchgefroren wieder in Briancon ankamen und den Weg nch Guillestre einschlugen, waren wir froh, das die Temperaturen 17 Grad erreichten. Hinter Guillestre wollten wir in Jausier die Route erneut verlassen und den Col de la Bonette befahren. Da dieser leider auch gesperrt war, blieben wir beim vorgegebenen Verlauf der Route und erreichten schließlich Barcelonette. Diese nette kleine französische Kleinstadt hat eine malerische Altstadt, in der wir in einem kleinem Hotel eine Unterkunft für die Nacht fanden. Mit einem Einkauf im Supermarkt und einem leckeren Abendessen ging dann auch dieser Tag zuende.