In den Morgen konnten wir heute mit einem ausgiebigem Frühstück als scheinbar einzige Gäste starten. Nachdem wir uns mit dem gebotenen Angebot abgefunden hatten und der Käse sich als lecker erwies, brachen wir alsbald gestärkt in den neuen Tag auf. Von Flumet schlugen wir eine nördliche Route ein, entgegengesetzt zu unserer eigentlichen Fahrtrichtung, da wir heute einen Abstecher von der Route des Grandes Alpes machen und den Lac d'Annecy umrunden wollten. Also verliessen wir nach wenigen Kilometern die Route des Grandes Alpes und orientierten uns in westlicher Richtung. Auf der Fahrt Richtung See bei weiter steigenden Temperaturen überquerten wir einige Pässe und hatten zahlreiche kurvenreiche Straßen unter den Rädern. Der Lac d'Annecy zeigte sich uns im strahlenden Sonnenschein und wir umrundeten ihn teils direkt auf der Uferstraße, teils auf einer der kleineren Gebirgsstraßen. Wieviele Abstufungen von Straßenqualität möglich sind, konnten wir hier live und in Farbe, bzw. in grau erleben. Feinster Asphalt wechselte sich ab mit kleinen und kleinsten Gebirgsstraßen, mache mit großzügigem Schotterbelag, teilweise auch mit Schlaglöchern, bei denen man den Lenker gut festhalten musste. Wie am Vortag hatten wir auch heute wieder gesperrte Straßen, die uns zur kurzfristigen Improvisation zwangen. Als wir am späten Nachmittag und ungezählten Kurven mit verdammt viel Fahrspaß den Cormet de Roselend hinter uns ließen, wurde uns klar, daswir die Unterkunftssuche etwas vernachlässigt hatten. So suchten wir also schnell über Booking ein Zimmer für eine Nacht, wobei wir feststellen durften, das das Preisniveau in dieser Region sich etwas von der vorhergehenden unterschied. Wir hatten allerdings Glück und konnten zu einem erschwinglichen Kurs in einem alleinstehenden Gästehaus, an dem sich der Eigentümer mit einem Architekten zusammen ausgetobt hatte, eine komfortable Bleibe für die Nacht finden.