Ohne Frühstück brachen wir heute morgen aus unserem Hotel in der Altstadt auf. Da der geplante Abstecher über den Col de la Bonette nicht möglich war, folgten wir weiter dem Verlauf der RDGA. Dabei überquerten wir als erstes den Col de la Cayolle und nach einigen Kilometern kurvenreicher Landstraße dann dem Col de Valberg. Dies ist für mich einer besten Pässe auf dieser Tour, der Straßenverlauf und der manchmal auch nur mittelmäßige Straßenbelag, dazu die Landschaft rundherum, diese Kombination waren schon toll. Anschließend machten wir mal wieder einen Abstecher, diesmal sollte er uns durch zwei Schluchten führen. Als erstes die Gorges du Cians, deren Felswände rot schimmerten und die Straße stetig an der Felswand in vielen Kurven entlangführte. Danach zum Überbrücken einige Kilometer Landstraße, diesmal tatsächlich relativ kurvenarm, das kam bei dieser Tour nicht so häufig vor. Und dann fanden wir uns auch schon in der zweiten Schlucht wieder, der Gorges des Daluis, landschaftlich mit den Einblicken in die tiefe Schlucht absolut beeindruckend und auch der Straßenverlauf hatte seine Besonderheiten. So wurde an mehreren Stellen die Schluchtäußere Seite durch einen Tunnel geführt, wogegen die Fahrbahnseite zur Schlucht um die Felsen herumgeführt wurde und nur durch ein Holzgeländer begrenzt war. Quasi ökologischer Straßenbau. Zurück zur Originalroute der RDGA ging es dann erneut über den Col de Valberg, was ich nicht so schlimm fand, hatte man hier doch Fahrspaß ohne Ende. Und das Ganze im Gegensatz zum vorigen Tag bei blauem Himmel und Temperaturen um die 18 Grad. Als nächstes stand der Col de la Coullole an, den wir mehr nebenbei unter die Räder nahmen und ebenso der Col Saint Martin. Aufregend wurde es dann wieder mit dem Col de Turini, eine richtig schöne Straßenführung, guter Straßenbelag und auch wenig anderer Verkehr. Dieser Pass gehörte früher zur Strecke der Rallye Monte Carlo, kaum vorstellbar wie hier die Rennfahrerlegenden vergangener Jahre auf Schotter bei Schnee und Eis ihre Fahrzeuge im und über dem Grenzbereich bewegt haben. Nötigt mir schon einigen Respekt ab. Für mich zusammen mit dem Col de Valberg die Favoriten der Route des Grand Alpes. Dann noch der Col der Castillon kurz vor Menton und dann kamen wir über ein paar Serpentinen hinunter an das Mittelmeer. Auf dem Weg hinunter hielten wir noch kurz an und genoßen den Blick über Menton und das dahinter liegende blaue Mittelmeer bei strahlendem Sonnenschein. Angekommen in Menton suchten wir uns ein Hotel in Strandnähe und checkten dort ein. Zum Abschluß des Tages legten wir zu Fuß die paar Schritte zum Strand zurück und hatten ncoh das Glück in einem Straßenbistro verweilen zu können. Bei einer Pizza und dem abendlichen Einlaufbier, das wir uns wirklich verdient hatten, beobachteten wir das Treiben auf der Straße. Was für ein Kontrast zu den letzten Tagen, abends bei über 20 Grad im Straßencafe zu sitzen im Vergleich zu den Temperaturen um den Gefrierpunkt an den letzten Tagen und ausgestorbenen Wintersportorten. Bei einem Spaziergang machten wir dann noch ein Erinnerungsfoto vom Endpunkt der Route des Grandes Alpes, eine im Boden eingelassene Platte, ein paar Meter vorm Mittelmeer. Damit war der erste Teil unserer Tour auch schon beendet, die Route des Grandes Alpes hatten wir, bzw. sie uns in den Tagen viel Spaß bereitet.