Da gestern Abend noch zwei neue Gäste auf dem Platz eingetroffen sind, die auch eine Tour ins Donaudelta machen wollten, stand dem jetzt nichts mehr im Wege. Also 6 Uhr aufstehen, um 6:30 Uhr sollte es losgehen. Die Pünktlichkeit der Rumänen hatte mich bisher eher nicht vermuten lassen, das sie wichtig genommen wird. In diesem Fall war es aber so. Ab ins Auto, zum Hafen und ins Boot geklettert. Nach kurzer Fahrt konnte ich mir denken, warum die Pünktlichkeit in diesem Fall so wichtig war. Wir erlebten einen wunderbaren Sonnenaufgang über dem Donaudelta, oder soll man sagen, Flußarmen, Seen, halt über dem Wasser.

 Herrlich. Die Rundfahrt dauerte ca. 2 Stunden, über grosse Seen, durch kleine verschilfte Seitenläufe, eben da wo man mit dem kleinen Boot überall hinkommt. Der Bootsführer kannte wirklich die richtigen Stellen, das erste Mal, das ich Pelikane in freier Natur gesehen habe. Komorane, Enten natürlich, Schwäne und viele andere Vögel, deren Namen ich nicht kenne. Sehr beeindruckend dieses Naturschauspiel. So einen Ausflug ins Donaudelta kann ich jedem nur empfehlen.

Da wir nur die kurze Tour mit zwei Stunden gebucht hatten, konnte ich schon um 10 Uhr fertig gepackt und aufgerüstet durchstarten zu meinem heutigen Tagesziel Brasov. Ich wollte den Sprung wieder zurück in die Karpaten machen, warteten dort doch noch ein paar Straßen auf mich. Die Strecke von Murighiol bis Tulcea war wie auf dem Hinweg schön kurvenreich und gut zu fahren. Von Tulcea ging es bis Braila, mit der Fähre mal wieder über die Donau, dann über Buzau nach Brasov. Eine Strecke die größtenteils gut zu fahren ist, teilweise auch mit kurvigen Abschnitten. Spannend wird es dabei eigentlich erst ab Buzau, wenn die Karpaten in Sicht sind. Die Strecke wird immer kurviger und bergiger, allerdings viele Ortschaften, die aneinander gereiht sind, wie auf einer Perlenkette. Da die Normgeschwindigkeit innerhalb der Ortschaften bekannterweise ja bei 70-80 km/h liegt, sind die Ortschaften nicht ein so stark bremsender Faktor. Eine wunderschöne Passstraße kommt dann noch vor Crasna mit gutem Belag und einer schönen Aussicht auf den Siriu Stausee.

Und so traf ich dann pünktlich zum Feierabendverkehr in Brasov ein. Ich hatte dort über booking ein Zimmer direkt an der Altstadt mit eigenem Parkplatz gebucht. Nach mehreren Telefonaten mit der Anbieterin der Wohnung, sie musste erst zur Wohnung kommen und wusste nicht, das ich reserviert hatte, lotste sie mich zum Parkplatz im Hinterhof mehrer Altstadtgebäude. Schien nicht sehr begeistert zu sein, das da so ein abgerissener und verschwitzter Mopedfahrer auftauchte. Mir egal, da ich Wohnung und Parkplatz zentral in Brasov hatte...

Brasov war mir wegen seiner Altstadt als sehenswert empfohlen worden. Es sollte nicht so groß wie Sibiu sein und noch ursprünglicher. Vielleicht lag es ja am Wochentag, jedenfalls fand ich es deutlich überlaufener und auch sichtbar mehr Touristen, die durch die Straßen laufen. Die Altstadt hat nicht den Glanz vergleichbar zu Sibiu, daher kann man wohl behaupten, das es schon etwas ursprünglicher ist. Mich hat es nicht wirklich angesprochen. Mag vielleicht auch daran gelegen haben, das zu viele Leute in zu engen Straßen unterwegs waren. Nach einer schlechten Variante einer Pizza in einer der Straßenlokale fand dann auch dieser Tag seinen Abschluß.

 

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