Der Morgen war etwas zäh, war ja schon etwas später geworden gestern Abend. Hilft ja alles nix, rauf aufs Moped und weiter gehts. Da ich durch den vorzeitigen Fahrtabbruch am Vortag etwas mehr Kilometer vor mir hatte als geplant, wählte ich die Route über die Autobahn bis Bukarest und dort die Autobahn weiter in östlicher Richtung. Einer der Mitglieder vom MC hatte mir eine Routenempfehlung für die Fahrt nach Vama Veche gegeben, so daß ich die Autobahn einige Kilometer vor dem schwarzen Meer verließ. Ursprünglich hatte ich geplant, Vama Veche zum Abschluß der Rumänien Tour einen Besuch abzustatten. Doch der Alex from Romania hatte mir empfohlen, wenn ich den Ort richtig erleben will, sollte ich dort am Wochenende und möglichst vor dem 20ten September hinfahren. Sonst könnte es sein, das dort nicht mehr so viel los ist. Und so wäre ich dann am Sonnabend Abend vor Ort, das sollte ja wohl passen.
Ich verließ die Autobahn Richtung Calarasi und folgte der Routenempfehlung. Auf den nächsten 30 Kilometern verstand ich dann, was der Alex gemeint hatte, als er sagte, das die Straßen in diesem Teil des Landes so gerade wie ein Pfeil sind. Da haben wir tatsächlich in Nordeutschland mehr Kurven auf unseren Bundesstraßen. Als ich das Stück dann hinter mir gelassen hatte, ging es mit der Fähre übder die Donau und ab da wurde der Straßenverlauf dann auch deutlich abwechslungsreicher und landschaftlich war es ebenfalls sehr sehenswert. Die Straße begleitet einige Zeit die Donau und wenn man sieht wie der Fluß im Tal seinen Verlauf hat, denkt man an ein Gemälde, das mit einem Weichzeichner bearbeitet worden ist. Hier kann man einfach mal nur die Landschaft genießen. Und so ging es dann über Negru Voda nach Vama Veche.
Ich weiß nicht, was ich mir davon versprochen hatte, aber der Ort hat mich dann doch überrascht. Total überlaufen, so ähnlich sieht es vermutlich auf dem Ballermann aus. War für mich in dem Moment nach den Tagen mehr oder weniger alleine dann doch ziemlich heftig. Freie Zimmer waren über Booking nur zu recht hohen Konditionen zu bekommen, deshalb fuhr ich einen Campingplatz an, der aber keine Parkmöglichkeit beim Zelt hatte. Der nächste sah dann nicht vertrauenerweckend aus und ich hatte auch gar nicht mehr das Gefühl, das es mir hier gefallen würde. Es war 16 Uhr, das Navi sagte, zum nächsten Etappenziel, Tulcea, nur noch 177 km und 2 1/2 Stunden Fahrt. Also schnell eine Pension gebucht und los ging es. Pünktlich gegen halb sieben traf ich bei der Pension ein, leider gab es trotzdem, das es in der Beschreibung angegeben war, keine Gastronomie. Gut, das ich noch ein paar wenige Vorräte hatte, denn da die Pension etwas außerhalb lag, wollte ich bei Einbruch der Dunkelheit nicht mehr in die Stadt. Der Straßenverkehr tagsüber ist für mich völlig ausreichend, nachts brauche ich das nicht auch noch.
Was mich heute beschäftigt: Ich war vor der Tour gespannt, wie ich so alleine aushalte. Jetzt bin ich eine Woche alleine unterwegs und es sieht so aus, das mich heute doch so etwas ein Blues gepackt hat. Schon etwas weiter weg von zu Hause und keiner mit dem man seine Eindrücke austauschen oder teilen kann. Schon irgendwie schade. Na, mal sehen wie die Stimmung sich so weiter entwickelt.

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