Nach dem gestrigen etwas kulturell angehauchtem Tag wartete heute eins der Highlights der Tour: die Transalpina.
Also von Sibiu ein kleines Stück westwärts gefahren und dann auf die Transalpina abgebogen. Für die nächsten drei bis vier Stunden nur noch Kurven, teilweise allerdings auch etwas mit Schlaglöchern untermalt. Wie ist eigentlich die Zählweise bei einer kurvigen Strecke, redet man auch von einer kurvigen Straße, wenn die Kurven bis zu 400 meter auseinander liegen oder zählt es nur, wenn spätestens alle 200 meter eine Kurve kommt. Mit Fragen beschäftigt man sich hier, da verschwendet man als Norddeutscher sonst keinen Gedanken.
Auf jeden Fall eine herrliche Strecke, es war fast etwas schade, das ich im Süden dann die Karpaten hinter mir lassen musste, da ich als Ziel für den nächsten Abend Vama Veche anpeilte. Bedeutet, ca. 350 km sollten am Abend auf dem Tacho stehen. Durch die sich teilweise endlos hinziehenden Dörfer und die grösseren Städte mit Stau bei gefühlten 30 Grad ging es Richtung Südosten.
Beim nächsten Tankstop wurde ich auf deutsch von einer Rumänin angesprochen, wo ich herkomme, was ich hier mache und ob ich etwas Geld für ihre Kinder habe ... Nachdem ich das abgeleht hatte, kam ein Mitarbeiter der Tankstelle zu mir und wollte mir unbedingt etwas erzählen. Da mein Rumänisch und sein Englisch in gleicher Form nahezu nicht vorhanden war, fing er an zu telefonieren und hatte beim geschätzt 10ten Versuch seine Cousine, die in Düsseldorf lebt, am Telefon. Sie übersetzte dann für uns beide und es stellte sich heraus, das im Ort, den ich 5 km vorher durchfahren hatte, ein Bikerfestival stattfand. Er erklärte mir, wie ich es finde und da er so begeistert davon war, sagte ich zu, dorthin zu fahren. Es ging wie versprochen wieder zurück und nach seiner Beschreibung fand ich auf Anhieb das Treffen, das auf einem Sportplatz stattfand. Jetzt würde auch endlich mal mein Zelt zum Einsatz kommen. Waren auch sehr nette Jungs, alles ähnlich wie in Deutschland, Kutte, kaltes Bier und laute Musik. Ich holte mir direkt 10 Jetons (1 Jeton = 1 Bier) und dachte, damit würde ich den Tag gut überstehen, war ja erst 15 Uhr und ich war einer der ersten Gäste, quasi der einzige bisher. Als ich abends im Zelt aufwachte, war es dunkel und ich hatte keine Jetons mehr in der Tasche. Vielleicht hätte ich beim dritten Bier doch auf einen der selbstgebrannten verzichten sollen, die ich zusammen mit einem der Jungs vom MC getrunken hatte. Jedenfalls spielte jetzt schon die Liveband und es war recht voll geworden. Also raus aus dem Zelt, ein frisches Bier holen und ab vor die Bühne. Auch die Musik war ähnlich, wie ich es aus Deutschland kenne, das gefiel mir. Und so fand dieser Tag einen etwas späteren Abschluß als die anderen, dafür mit guter Mucke und ebensolcher Stimmung.
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