Bei morgendlich frischen einstelligen Temperaturen ging es von Botos Richtung Iacobeni. Dort links abbiegen in Richtung Pojorata und von dort Richtung Chiril mal wieder so einen empfehlenswerten Pass, diesmal ca. 20 km lang, der Transraraul, oder heißt es die Transraraul?

Auf jeden Fall ein Schmankerl, glatte Straße, wenig Verkehr, um nicht zu sagen, gar kein Verkehr, einfach Spaß pur. Danach ging es über Borca immer entlang der Bistrita weiter, jede Flußbiegung fand sich auf der Straße wieder, so kann man es aushalten. Bei einem Tankstop lernte ich Alex from Romania kennen, der mit seiner V-Strom auch auf der Suche nach Kurven war. Nach einem kurzem Austausch des woher und wohin und meiner Angabe über Bicaz fahren zu wollen, empfahl er mir eine Alternativroute, da die Strecke bei Bicaz sich wohl sehr durch Schlaglöcher auszeichnen würde. Was solls, eigentlich wollte ich durch die Bicaz Schlucht fahren, aber man soll ja offen für neues sein. Nach einigem Kartenstudium meinerseits folgte ich dem Rat von Alex und bog hinter Topoliceni Richtung Toplita ab. Auf halber Strecke lotste mein Navi mich von der Straße auf eine kleine Ortsstraße, die in einem Schotterweg endete. Wird schon stimmen, dachte ich mir, dazu bist Du ja hier her gekommen, auch mal Schotterwege fahren. War eine Super Idee, und nach ca. 500 Meter sah ich dann auch ein, das meine DL dazu wohl doch etwas zu überladen war und der Schotter in Form von faustgroßen Steinen mich nicht so wirklich die Spur einhalten ließ. Also umdrehen und wieder zurück auf den asphaltierten Weg. Dabei kamen mir ein Quartett GS-Treiber entgegen, die mit gutem Tempo in den Fußrasten stehend über den Schotter pflügten. Ich sag mal so, die hatten ja auch kein Gepäck dabei ..., tja, da wurden mir mal meine Grenzen aufgezeigt. Und zurück auf der Straße wusste ich dann ziemlich schnell, wieso ich die Empfehlung bekommen hatte. Wieder mal Kurven, Kurven, und ? Ja, klar Kurven und eine akkurate Straße. Zurück auf der Strecke Richtung Gheorgheni wurde ich irgendwann von einem Rudel GS-Treiber überholt, Straße schlägt Schotter sag ich mal, und traf kurz danach den Alex from Romania auf einem Parkplatz wieder, der gerade eine Kettenwartung durchführte. Nach einem erneuten längerem Austausch zum wohin und meiner Planung gab er mir noch einige Tips, die mir genug Anlaß sind, meine weitere Routenplanung etwas umzustellen. Um nicht zu sagen, sie quasi auf links zu drehen, damit ich an den Orten, zu denen ich fahren will, auch zu den richtigen Zeiten bin. Aber dazu später mehr.

Für heute legte ich als Tagesziel Sighisoara fest und traf dort auch gegen 17:30 Uhr ein. Eine urige kleine Altstadt mit Festung, einem deutschem Friedhof und dem Geburtshaus von Graf Vlad, besser bekannt als Graf Dracula. Hier fand ich nach kurzer Suche eine kleine Pension, bei der mir der Inhaber anbot, mein Moped in einer Garage um die Ecke abzustellen. Er ging vor, um die Garage aufzuschliessen. Da ich ihn beim wenden kurz aus den Augen verlor, fuhr ich das Moped dann in die nächste Garage, war schon etwas eng, dachte ich mir. Als auf einmal ein lautstarkes Gefluche losging, kam mein Gastgeber angelaufen und teilte mir mit, das ich wohl die falsche Garage gewählt habe. Den Fehler habe ich natürlich unverzüglich korrigiert, der Garagenbesitzer konnte dafür sein Temperament mal richtig ausleben. Mein Gastgeber sagte mir später, das wäre das erste Mal in 12 Jahren gewesen, das ihm so etwas passiert ist, er würde sich wohl noch lange an mich erinnern. Ich weiß nicht, ob die Tränen in den Augenwinkeln vom Lachen kamen. Irgendwie vermute ich sowas.

Was ich noch gelernt habe: Die Straße ist für alle da, Fußgänger, Radfahrer, Autos, Motorradfahrer, Hunde, auch schlafend, Katzen, da fällt mir ein, ich habe heute die ersten beiden Katzen in Rumänien gesehen. Die eine schlief auf der Straße, ich denke das tut sie aktuell immer noch und die andere, ja keine Ahnung. Fiel mir nur auf, weil ich bisher nur Hunde, Hunde und Hunde gesehen hatte. Und das mit dem Tempolimit innerhalb der Ortschaften ..., sagen wir mal so, ich passe mich an die Verhältnisse an.

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