Madona - Rokiskis
Ausgeschlafen starteten wir in den heutigen Tag. Nach dem gestrigen verregneten und teils doch etwas kühlem Wetter überraschte uns der Tag heute mit Sonne und angenehmen 17 Grad am Morgen. Höhepunkt des heutigen Tages sollte der Besuch des Berg der Kreuze sein. Die Anfahrt von mehr als 300 Kilometern über die wie bisher schon gewohnt unterschiedlichsten Fahrbahnbeläge gestaltete sich mal mediativ, dutzende Kilometer Asphalt dem Straßenverlauf folgend, mal abwechslungsreich bei kurvigen Strecken, also kurvig im Sinne von leicht rechts, leicht links einlenken ..., und mal fokussiert über mehrere Kilometer Schotterstrecken. Im übrigen hatte ich den Fahrstil mittlerweile an den Untergrund angepasst. Auch ohne Offroad-Erfahrung kam ich auf den Schotterstraßen schon auf annähernd Landstraßengeschwindigkeit, leichtes und ständiges Gegenlenken und Anbremsen inklusive. Beim nächsten Trip dieser Art würde ich dann allerdings von Straßenbereifung auf etwas gröberes umsteigen. Am frühen Nachmittag trafen wir jedenfalls am Berg der Kreuze ein und ich musste feststellen, das jede Beschreibung, die ich vorher von anderen und aus dem Reiseführer bekommen hatte, nur eine geringe Vorstellung von dem, was vor Ort war, geben konnte. Berg der Kreuze, im wahrsten Sinn der Worte. Kreuze, große, kleine, an den großen hängen zig kleine Kreuze. Mehrere Meter große Kreuze, alte und neue, 20 Jahre alte, aktuelle aus diesem Jahr, hier kann jeder ein Kreuz zum Gedenken hinterlassen. Etwas nachdenklich nahmen wir die Fahrt wieder auf und da es erst gegen 15 Uhr war, beendeten wir den Tag nicht wie gepalnt in der nächsten Stadt, sondern setzten die Route für den nächsten Tag weiter fort und kamen so nach mehreren Versuchen, eine Unterkunft zu finden, nach Roskiskis. Hier war über booking ein Zimmer in einem Guesthouse gebucht. Beim Anblick desgleichen kamen bei meiner Allerliebsten spontan Vergleiche mit Hostel 3 zustande. Unser Zimmer bekamen wir dann allerdings doch im angrenzenden Hotel, jedenfalls stand das am Eingang. Vermutlich war es vor ca. 20 Jahren auch ein recht erfolgreiches Hotel mit einem gewissen Stil. Heute werden vermutlich bei Bedarf ein paar Zimmer bis in den ersten Stock vermietet, da meine Sozia versehentlich in den zweiten Stock lief und dabei die Spinnweben an der Treppe souverän entfernte, konnten wir davon ausgehen, das dort länger niemand genächtigt hatte. Nach unserem abendlichen Einkauf der Verpflegung für den morgigen Tag konnten wir dann noch bei einem schönen Lokal günstig sehr lecker den Abend ausklingen lassen