Klaipeda - Liepaja

Endlich geht es los, nach knapp 800 Kilometern über die deutsche, dänische und schwedische Autobahn mit wenigen Höhepunkten wie der Storebælt Brücke über den großen Belt und der Öresundbrücke kommen wir gegen 16 Uhr in Karlshamn am Fährhafen an. Die Überfahrt ist abgesehen von den wohl zu hohen Erwartungen, die sich aus meinen Erfahrungen der Fähren von den Niederlanden nach UK genährt haben, und der damit in aller Konsequenz verbundenen einfacheren Ausstattung der Fähre, sehr ruhig. So starten wir also am nächsten Tag ausgeschlafen und erholt in den ersten Tag im Zielland Litauen. Nach verlassen der Fähre sind wir 15 Minuten später schon auf der nächsten kleineren Fähre, die uns zur kurischen Nehrung übersetzt. Da die Fähre im 20-Minuten Takt verkehrt, war auch keine lange Wartezeit zu erwarten. Unser Ziel, die Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad zu erreichen, wurde schon etliche Kilometer vorher durch eine gewollte Strassensperrung verhindert. Wie uns andere Motorradfahrer, mit denen wir auf der grossen Fähre von Schweden nach Litauen ins Gespräch gekommen waren, schon durch die Blume gesagt hatten, kann man hinfahren ...., also auf die kurische Nehrung. Die Dünen sind sehenswert und wenn mann nicht an einem Sonntag bei 27 Grad hier ist, vermutlich auch nicht zu überlaufen. Nach der Rückkehr auf das Festland nahmen wir Fahrt auf in Richtung Liepaja, unser Ziel für den heutigen Tag. Da mir auf der einzigen Verbindungsstraße nach Liepaja auf den 90 Kilometern etwas langweilig wurde, bogen wir kurzerhand auf eine Seitenstraße ab, um nicht nur schnurgeradeaus zu fahren. Hatte ich eigentlich erwähnt, das bis zu dem Zeitpunkt bei allen Seitenstraßen als Belag Schotter verwendet worden ist. So natürlich auch hier. Nach einem Umweg über mehrere dieser Seitenstraßen und einer kleinen Unstimmigkeit im Fahrwerk, bei der das Vorder- und Hinterrad sich zeitweilig nicht einig waren, wer die Richtung angibt, kamen wir nach 20 Kilometern zu unserer Erleichterung wieder auf die asphaltierte Hauptstraße. So erreichten wir dann unser Hotel im Stadtzentrum von Liepaja, das sich mit einer urigen Ausstattung der Zimmer und einem unkonventionellen Biergarten von allen anderen abhebt. Beim Einchecken erfuhren wir dann noch, das am Abend ein Jazzabend mit freiem Eintriit stattfindet und es eine Happy Hour für Cocktails gibt. Wir sind im Urlaub angekommen.