Rokiskis - Vilnius
Heute gab es nach dem gestrigen Tag erneut eine Premiere. Nachdem sich gestern das erste Mal in meiner Laufbahn eine Biene in meinem Helm das Leben nahm und ich das erste Mal überhaupt bei der Polizei im Rahmen einer Alkoholkontrolle pusten durfte und das auch noch im Ausland kam heute noch ein erstes Mal dazu. Gleich mehr davon. Wir verliessen unser Guesthouse schon recht früh mit dem Tagesziel Vilnius, Hauptstadt von Litauen. Da wir nicht wie am gestrigen Tag langweilige Strassen deren Kurvenradius sich schon 5 Kilometer vorher erahnen lässt, fahren wollten, war eine landschaftliche Route geplant. Bestätigt hatte diese Routenwahl auch ein Einheimischer, der uns auf der Fähre nach Litauen den Tip gegeben hatte, das es in dieser Region viele Seen und schöne Straßen gibt. So starteten wir also Richtung Naturschutzgebiet und nach wenigen Kilometern hatten wir auch schon die ersten Schotterstraßen unter den Reifen. Dabei kam es dann zu der erwähnten Premiere, verursacht durch ein ca. 50 Meter langes Straßenstück mit Tiefsand, das ich leider zu spät als solches identifizierte, bekam die Guzzi das erstemal Bodenkontakt in nicht gewünschter Form. Aufgrund der relativ niedrigen Geschwindigkeit ging es für Mensch und Maschine halbwegs glimpflich ab. Eine leichte Prellung und ein zerbrochenes Plastikteil später konnten wir mit gemeinsamen Kräften die Maschine wieder in die senkrechte Position bringen und nach kurzem Check die Weiterfahrt antreten. Die weitere Strecke entschädigte uns dann um so mehr, diese Region, nordöstlich von Vilnius, kann zahlreiche Seen aufweisen und die Straßen noch mehr Kurven bei halbwegs passablen Straßenoberflächen. Hat schon fast etwas vom Allgäu, nur eben kleinere Erhebungen. Ich würde es die Schweiz Litauens nennen. Da wir am Morgen schon bei 23 Grad gestartet waren und sich die Temperaturen am Mittag Richtung 30 Grad orientierten, wählten wir am Rande des Naturschutzgebietes dann die schnellste Route über Asphalt nach Vilnius. Die letzte Stunde Fahrt bis zur Unterkunft zog sich dann bei hochsommerlichen Temperaturen doch sehr und wir waren froh, als wir endlich unser Ziel erreichten und uns unserer Montur entledigen konnten. Kaum eine halbe Stunde, nachdem wir eingecheckt und frisch geduscht waren, zog auch schon das vorhergesagte schwere Gewitter über die Stadt und die Straßen leerten sich wie von Zauberhand. Da hatten wir mal ein richtig gutes Timing. Nach Ende des Unwetters noch ein Gang durch die Altstadt, die sehr sehenswert ist, auch wenn unser Favorit Tallinn bleibt. Im BeerHouse gab es dann ausreichend feste Verpflegung und wie der Name schon sagt auch ein kühles Feierabendbier.